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Design Thinking & IaC-Automatisierung: Mit klarem Fokus schneller Wirkung erzielen
Wie strategische Vorgaben durch Design Thinking zu greifbarem Mehrwert in der produktiven Umgebung werden.
Design Thinking unterstützt Automatisierung mit Infrastructure as Code (IaC), iterativ, benutzerzentriert und mit klarer Priorisierung. Rascher Mehrwert entsteht durch frühe Ergebnisse und die enge Verzahnung mit CI/CD für eine nahtlose Umsetzung in produktive Systeme.
Warum Design Thinking bei IaC-Initiativen den Unterschied macht
Viele Organisationen stehen heute unter Druck, ihre Infrastrukturprozesse zu automatisieren. Der Wunsch nach möglichst umfassender Automatisierung ist nachvollziehbar. Schliesslich versprechen solche Vorhaben mehr Effizienz, Skalierbarkeit und Entlastung von repetitiven Aufgaben. Doch häufig wird versucht, möglichst viele Anforderungen gleichzeitig umzusetzen. Das führt nicht selten zu überladenen Projekten, stockenden Umsetzungen oder gar Abbrüchen. Komplexität, hohe Kosten und schwer messbarer Nutzen sind die Folge.
Damit es gar nicht so weit kommt, braucht es klare, bewährte Methoden. Gerade in einem SAFe®-Umfeld, in dem DevOps fest verankert ist, liegt Design Thinking nahe. Es ist inzwischen auch offiziell als Bestandteil von Agile Product Delivery innerhalb von SAFe etabliert.
Design Thinking bietet hier einen wirkungsvollen Gegenpol. Statt aktionistisch vorzugehen, unterstützt es ein strukturiertes Vorgehen. So lassen sich strategische Zielsetzungen, etwa die Reduktion manueller Prozesse, schrittweise in greifbare MVPs übersetzen. Dabei steht nicht nur das Was, sondern vor allem das Warum und für wen im Zentrum, mit einem Ansatz, der Prioritäten sichtbar macht, Nutzer- und Domänenbedürfnisse ins Zentrum stellt und erste Ergebnisse rasch in die produktive Umgebung bringt. Wie dieser Ansatz konkret aussieht, zeigt das folgende Modell. Es visualisiert die Phasen von Design Thinking entlang des typischen Spannungsbogens zwischen Ideenvielfalt und gezielter Fokussierung.

Die einzelnen Phasen des Design Thinking folgen einem Wechselspiel zwischen divergierendem und konvergierendem Denken: Während «Research» und «Ideate» den Lösungsraum gezielt öffnen, helfen «Synthesize» und «Evaluate» dabei, diesen wieder zu fokussieren. Diese Struktur sorgt für kreativen Spielraum bei gleichzeitig klarer Ausrichtung auf machbare, relevante Lösungen.
Was bringt Design Thinking für Automatisierung und IaC?
Design Thinking hilft, komplexe Automatisierungs- und IaC-Vorhaben in realistische, umsetzbare Teilschritte zu zerlegen. Es gliedert sich in fünf Phasen:
- Research: Erkennen von Pain Points, z.B. Analyse des Automatisierungspotenzials sowie der Benutzerbedürfnisse.
- Synthesize: Konsolidieren von Erkenntnissen und Priorisierung nach Aufwand-Nutzen-Verhältnis mit Blick auf grösstmögliche Hebelwirkung.
- Ideate: Erarbeiten konkreter Umsetzungsideen und Abgleich mit Business- und Architekturzielen.
- Prototype & Evaluate: Entwicklung von Prototypen oder MVPs, Evaluation durch frühes Feedback.
Das Ziel bleibt konstant: einfach, wirkungsvoll und mit vertretbarem Aufwand realisierbar. Gerade in der Synthesize-Phase zeigt sich, wie wichtig eine fundierte Bewertung der Standardisierung ist. Denn nur was ausreichend standardisiert ist, lohnt sich in der Regel für die Automatisierung.
So setzen wir Design Thinking gemeinsam mit Ihnen um
Design Thinking lebt von der frühzeitigen Einbindung aller Beteiligten. Gerade bei IaC-Initiativen, aber auch bei Automatisierungsvorhaben ist es entscheidend, dass Anwenderinnen und Anwender von Beginn an einbezogen werden. Mit User Stories, Story Maps und iterativen Schleifen entsteht ein gemeinsames Verständnis für Weg und Ziel. Auch das Commitment der Entscheidungsträger lässt sich so früh verankern und es entsteht eine gemeinsame Grundlage für kontinuierliche Steuerung, saubere Auftragsklärung und gezielte Priorisierung von Anforderungen.
Durch die kleinteilige Umsetzung entstehen rasch erste Ergebnisse in der produktiven Umgebung. Frühe Ergebnisse schaffen Transparenz, ermöglichen Steuerbarkeit und erhöhen die Akzeptanz.
Passend dazu empfehlen wir unseren Beitrag zu CI/CD und IaC. Dort zeigen wir auf, wie Continuous Integration und Delivery helfen, iterativ, sicher und kontrolliert in die Produktion zu liefern, was ein zentrales Prinzip jeder erfolgreichen Automatisierung darstellt.

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CI/CD und IaC
von Thomas Somogyi
Domain-Driven & Customer-Centeric Design – auch für Software und Plattformlogik
Design Thinking orientiert sich grundsätzlich an den Bedürfnissen der Nutzerinnen und Nutzer (CCD -Customer-Centric Design). Für Infrastructure as Code und Plattformentwicklung ist das essenziell, reicht aber allein meist nicht aus. Denn hier geht es nicht nur um Personen, sondern auch um Systeme, Schnittstellen und Prozesse.
Domain-Driven Design (DDD) ergänzt diesen Ansatz und bietet eine Strukturierungshilfe für die Architektur, sei es bei IaC-Plattformen, bei serviceorientierten Lösungen oder in der Softwareentwicklung im engeren Sinne. Domänen können dabei technische Cluster, Umsysteme, Prozessgruppen oder auch interne IT-Teams repräsentieren. Gerade in IaC-Szenarien agieren Umsysteme oft wie eigenständige Nutzergruppen. Ihre Einbindung ins Design ist entscheidend.
Das gilt nicht nur für die Architektur, sondern auch für den laufenden Betrieb: Gerade bei plattformbasierten Automatisierungslösungen kommt es darauf an, Prozesse nicht nur effizient zu bauen, sondern auch intelligent zu betreiben. Wie sich dies mit KI-gestützten AIOps-Ansätzen realisieren lässt, erfahren Sie im Blog „AIOps und KI-Automatisierung„

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AIOps und KI-Automatisierung
von Thomas Somogyi
Die Kombination von Customer CCD und DDD schafft eine belastbare Grundlage für nachhaltige, skalierbare und kundenorientierte Lösungen, egal ob bei Plattformlogik, Softwarearchitektur oder technischen Automatisierungskomponenten.
In a «nutshell»: Die Wirksamkeit von Design Thinking endet nicht bei der Ideation (Ideenfindung). Damit aus priorisierten Anforderungen tatsächlich automatisierbare, nachhaltige Lösungen entstehen, braucht es eine klare technische Verankerung. Die nachfolgende, vereinfachte Architekturübersicht, auch bekannt als Layered Architecture Model (Schichtenmodell), zeigt, wie sich technische Schichten wie Präsentation, Service, Business- und Persistenzlogik sauber voneinander abgrenzen lassen.

Das Schichtenmodell unterstützt dabei, Wertströme entlang von Nutzer- und Domänenbedürfnissen strukturiert abzubilden. So lassen sich beispielsweise domänenspezifische Prozesse in Form von API-gesteuerten Services, Repositories oder Adaptern direkt in die Business-Logik einer IaC-Plattform oder einer zentralen Automatisierungssoftware überführen. Dies gilt sowohl für klassische Infrastrukturkomponenten als auch für moderne Plattformarchitekturen. Ergänzt wird das Modell durch Querschnittsthemen wie Sicherheit, Observability (Logging, Metrics & Tracing), Fehlerbehandlung oder Workflow Engine.
Weitere methodische und technische Hintergründe, etwa wie durch eine mehrschichtige IaC-Plattformarchitektur mit Präsentations-, Orchestrierungs- und Integrationskomponenten strukturierte Lösungen entstehen, finden sich im Beitrag „Effizienz durch Automation“. Auch unser Automation-Blog beleuchtet Layered-Architecture-Ansätze und zeigt auf, wie sich diese mit Plattform- und Servicelogik kombinieren lassen.
Impulse aus der Praxis
In der Realität zeigt sich oft: Nicht jede Automatisierung muss maximal tief gehen. Wichtiger ist, dass das Vorhaben sauber priorisiert, sinnvoll standardisiert und schrittweise in die Produktion gebracht wird. Design Thinking unterstützt genau das. Durch den Fokus auf Wertbeitrag, Produktmarketing, Plattformakzeptanz und Governance entsteht eine durchdachte, tragfähige Umsetzung.
Die in diesem Blog dargestellten Vorgehensweisen basieren auf Erfahrungen aus unterschiedlichen IaC- und Plattformprojekten, in denen wir Design Thinking methodisch weiterentwickelt und mit Architekturprinzipien wie DDD, CI/CD und serviceorientierter Automatisierung kombiniert haben.
Fazit und Einladung zum Dialog
Design Thinking bringt Struktur, Klarheit und Kundenzentrierung in komplexe Vorhaben – sei es in der Plattformentwicklung, Infrastrukturautomatisierung oder im Softwaredesign. Gerade bei IaC-Projekten, wo technischer Tiefgang auf strategische Zielbilder trifft, bietet Design Thinking einen konkreten methodischen Rahmen.
Mit überschaubarem Aufwand lassen sich so rasch erste Resultate erzielen und aus fragmentierten Strategien wird gemeinsam umsetzbarer Fortschritt.
Möchten Sie mehr erfahren, wie Design Thinking Ihre Digitalstrategie in greifbare MVPs überführt?
Wir freuen uns auf den Austausch.